Bericht 2025  

40 Jahre Nikolausdienst Kolbermoor

 

 

Der Kolbermoorer Nikolausdienst ist seit 40 Jahren für die Kinder und Familien unserer Stadt unterwegs, um sie mit dem Besuch des Nikolaus zu erfreuen. Gleichzeitig wurden Spenden für einen guten Zweck in dem wiederum Kinder im Mittelpunkt standen gesammelt. Dieses Jahr konnten 1400 Euro gesammelt werden, die dem Heilpädagogischen Zentrum Kind im Zentrum in Aschau zugute kommen.

Nach einer so langen Zeit des ehrenamtlichen Engagementes lohnt es sich einmal erfreut zurück zu schauen was sich alles ereignet hat, und wie sich die Dinge entwickelt haben. Das soll aber nicht bedeuten, dass nach 40 Jahren der Nikolausdienst seine Pforten schließt. Im Gegenteil, die 40 Jahre sind Ansporn den Nikolausdienst noch möglichst viele Jahre anbieten zu können.

Der Nikolausdienst hat sich aus der Pfarrjugend der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit entwickelt, und dessen Wurzeln sind wahrscheinlich noch weit älter. Im Jahr 1985 waren erstmals 2 Nikolausteams für die Pfarrei im Einsatz, die mittlerweile 40 Jahre für den fünften und sechsten Dezember immer wieder den Nikolausdienst organisieren, und sich selbst als Nikolaus, Krampus oder Fahrer zur Verfügung stellen. Es handelt sich dabei um Mario Nachtweih, Bernd Nachtweih, Robert Breitner und Dr. Helmut Fuchs. Im Laufe der 40 Jahre haben aber noch viele mehr dazu beigetragen Jahr für Jahr den Nikolausdienst anbieten zu können. Insgesamt waren es rund 50 Personen, die nicht nur als Nikolaus oder Krampus sondern auch als Fahrer oder Englein unterwegs waren. Nicht zu vergessen sind die vielen Stunden, die über die Jahre zusammen gekommen sind, um das Nikolaustelefon und die Planung sowie den Internetauftritt zu organisieren.

Aufgrund der Wurzeln des Nikolausdienstes in der Pfarrei, versteht es sich von selbst, dass großer Wert auf einen traditionellen Nikolausauftritt gelegt wird, und der Nikolaus natürlich als Bischof mit Mitra und Bischofsstab erscheint. Während das Nikolausgewand der ersten Stunde noch ein ausgemustertes Messgewand war, haben sich später immer wieder Schneiderinnen gefunden, die dem Nikolausdienst prachtvolle Gewänder für Nikolaus und Engel angefertigt haben. Auch die selbstgebauten Nikolausstäbe sind mittlerweile durch professionell gefertigte oder geschnitzte Exemplare ausgetauscht worden. Aber auch an der Art und Weise der Auftritte des Nikolauses wurde über die Jahre Hinweg gefeilt, und versucht den Besuch des Nikolaus immer weiter zu verbessern. Auch der Besuch eines Seminars „Nikolaus für Nikoläuse“ hat über den Austausch mit anderen Nikoläusen dazu beigetragen, den Nikolausbesuch (um es mit moderner Sprache zu sagen) zu einem Erlebnis für die ganze Familie zu machen. Was aber nicht heißen soll, dass eine große Show abgezogen wird, vielmehr wird darauf geachtet, dass alle Anwesenden, seien es Opa und Oma oder Freunde, einbezogen werden, um zusammen den Nikolausabend als den Namenstag des Heiligen Nikolaus gemeinsam zu feiern.

Wenn man so wie der kolbermoorer Nikolausdienst auf 40 Jahre zurückblicken kann, gibt es vieles, was sich im Laufe der Zeit verändert hat. Während früher der Kirchenanzeiger und eine Information in der Zeitung dazu dienten auf den Nikolausdienst aufmerksam zu machen, und die Telefonnummer des Nikolaustelefons bekannt zu geben, so ist es mittlerweile der Internetauftritt oder noch viel mehr, die Mund zu Mund Propaganda der Eltern, über den sie auf den kolbermoorer Nikolausdienst kommen. Mittlerweile sind die beiden Nikolaus-Teams meistens bereits Wochen im Voraus ausgebucht.

In den Anfangsjahren kam es manchmal vor, dass eine Person alleine unterwegs war, und damit Fahrer, Träger des Sackes mit den Säckchen für die Kinder und Nikolaus vereinte. Hier kann man sehr gut sehen, wie sich unsere Gesellschaft und unsere Stadt verändert haben: Der Nikolaus wurde im Laufe der Zeit nicht nur vom Krampus als Sackträger begleitet, sondern auch ein Englein kam hinzu, dessen Aufgaben vor allem auch darin bestehen bei der Verteilung der Geschenke zu assistieren. Außerdem ist Kolbermoor im Laufe der Jahre immer dichter besiedelt worden, und ohne ortskundigen Fahrer ist ein Nikolausdienst  nicht mehr möglich. Viele Häuser stehen in zweiter Reihe, und die Hausnummern sind dann nicht mehr ganz logisch angeordnet. Noch schwieriger ist es mit dem Parken. Man ist schon froh, wenn es überhaupt Parkplätze gibt. Einen Parkplatz zu suchen, wo das Aus- und Einsteigen möglichst uneinsehbar für neugierige Kinderaugen ist, ist mittlerweile eine Herausforderung.

In 40 Jahren Nikolausdienst haben die Akteure natürlich auch viele schöne, und manchmal auch sehr lustige Dinge erlebt. Zu den lustigen Erinnerungen zählen mit Sicherheit viele Reaktionen der Haustiere, und die manchmal etwas irritiert auf die für sie wohl seltsam aussehenden Gäste reagiert haben. Natürlich gab es in 40 Jahren auch immer wieder Dinge, die als Pleiten, Pech und Pannen zu bezeichnen sind. Glücklicherweise sind die meisten dieser Pannen den besuchten Kindern gar nicht aufgefallen.

Bei einem Rückblick auf die vergangenen 40 Jahre gehört auch die Zeit mit Corona dazu. Hier war Improvisationsvermögen und Kreativität sowohl von Seiten der Eltern als auch des Nikolausdienstes gefordert. Letztendlich konnte nach einem Jahr amtlich verordneter Pause der Nikolaus im Folgejahr seine Kinder wieder besuchen, allerdings nur unter freiem Himmel. Nachdem der Nikolaus schon von Amtes wegen einen guten Draht zum Heiligen Petrus hat, war das Wetter in dem Jahr entsprechend geeignet für open-air Auftritte.

Der kolbermoorer Nikolausdienst besucht hauptsächlich die Kinder in den kolbermoorer Familien. Aber auch die Kindergärten freuten sich, wenn sie einen der Nikoläuse für ihre Kindergarten-Nikolausfeier engagieren konnten.

Die Besuche des Nikolaus des Nikolausdienstes sind von jeher kostenlos. Jedoch nimmt der Nikolausdienst gerne Spenden entgegen, um diese für einen guten Zweck zu verwenden. Dabei stehen immer nach dem Motto „Doppelt Kindern Freude schenken“ Kinder im Mittelpunkt . So wurde lange Jahre ein SOS-Kinderdorf auf Haiti im Rahmen einer Patenschaft des Nikolausdienstes unterstützt. Mit den Spendengeldern konnten Schulen, Brunnen oder auch ein Schulbus mitfinanziert werden. Nachdem aufgrund der politischen Lage der Kontakt zu dem SOS Kinderdorf nicht mehr möglich war, wird nun seit einigen Jahren das Heilpädagogische Zentrum Kind im Zentrum in Aschau vom Nikolausdienst unterstützt. Aufgrund der Nähe der unterstützten Einrichtung kann sich der Nikolausdienst auch jedes Jahr selbst vom Nutzen der überbrachten Spenden ein Bild machen.

Obgleich die ehrenamtlichen Akteure des Nikolausdienstes längst der Pfarrjugend entwachsen sind, sind sie noch längst nicht im Rentenalter. 40 Jahre sind auf alle Fälle ein Grund für einen feierlichen Rückblick. Aber dann heißt es auch schon wieder den Blick nach Vorne zu richten, denn die nächsten Nikolaustage stehen schneller vor der Türe als man denkt. Und so manches Jahr klingelt bereits im August das erste Mal das Nikolaustelefon um den Nikolaus zu buchen.

 

Wir sind  auf der Homepage von Kind im Zentrum Chiemgau aufgeführt: Unsere Förderer und Unterstützer

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